KONFRONTATIV

«Roaring» ist fadegrad heraus selbstbestimmt, heftig, körperlich und konfrontativ. Oder anders formuliert: Ein überaus raffinierter Flirt. (Thierry Frochaux)

«Darüber zu reden ist wahnsinnig wichtig»

Wie redet man über etwas Unaussprechliches? Mit dieser Frage beschäftigt sich in den nächsten zwei Tagen ein Gastspiel am Theater Tempus fugit. Autor Alexander Stutz spricht über sein Debüt, das Theater und das Schreiben. (Sophia Kaiser)

Solo
Maximilian Kraus stemmt das versammelte inhaltliche Gewicht allein auf seinen Schultern. Die weit in den üblichen Publikumsraum greifende Bühne lässt bereits eine latente Übergrifflichkeit erahnen, die zu Beginn von einer annähernd manisch-überfreundlichen Familienatmosphärenherstellung durch den Schauspieler in eine Gewissheit überführt wird. (Thierry Frochaux)

Weihnachtsbäume aus Künstlerhand

Die Bäume Supernova, die Iva Ivanowa im Namen des Theaters an der Winkelwiese gestaltet hat, sind mit grossen, asymmetrischen Engeln geschmückt, die aus Kinderhand hätten stammen können. Die Spende geht entsprechend an die Organisation Orphelina Stiftung, die das Ziel hat, die Lebensumstände von hilfsbedürftigen Kindern, die sehr oft aus armutsbetroffenen Familien stammen, zu verbessern. (Katrin Steiner)

Seit zwei Jahren bieten verschiedene Zürcher Kulturinstitutionen wie das Theater Winkelwiese, das Tanzhaus Zürich und das Fabriktheater Rote Fabrik ein Wahlpreissystem an. Die Gäste entscheiden, ob sie bei freier Platzwahl CHF 35, 25 oder 15 zahlen. In allen drei Häusern wird im Dezember der desolate Zustand unseres Planeten verhandelt. In der Winkelwiese kämpfen «Hänsel & Greta & The Big Bad Witch» am 14./15. und 17.12. um die Rettung der Welt.

(Frank Wendler)

Winkelwiese in Frauenhand

Hannah Steffen ist seit September Leiterin des Zürcher Theaters Winkelwiese. Erstmals wieder eine Frau, nachdem das Avantgarde-Theater 1964 von Maria von Ostfelden gegründet wurde. (Ruth Vuilleumier)

Wenn das Bühnenbild in eine Ikea-Tasche passen muss

Hannah Steffen ist die neue Leiterin des Theaters Winkelwiese. Sie will das Haus zum Zentrum der Schweizer Dramatik machen. Zum Programm gehört auch: klimaneutral bis 2030. (Stefan Busz)

Meine Phobie vor minimalem Bühnenbild

Fragmente unterschiedlichster Abgangsszenarien von Walter werden angeführt, gekoppelt an die Frage nach seinem Wesen, seiner Funktion, seinem Charakter, seinem Sein. Als Nachruf, als Pamphlet, als Kapitalismuskritik, als Beschimpfung, als Spekulation, als Wahlwerbung, als Sehnsucht. All das geht mal fliessend, mal abrupt ineinander über und bietet dem Bühnentrio die ständige Möglichkeit zum Rollenwechsel. ...

Am Ende verlasse ich das Theater mit einem dicken Grinsen und dem Erstaunen darüber, wie rasch 70 Minuten dahinhuschen können. (Kyros Kikos)

Schwätzer

Die Regisseurin Barbara Weber wählt drei Stimmen, um für Ariane Kochs «Wer ist Walter» eine Körperlichkeit zu behaupten. Diese drei – Lucy Wirth, Ann Mayer und Roger Bonjour – werweissen völlig frei assoziierend von brutalbanal bis schulmeisterphilosophisch über den Verbleib die­ser nichtanwesenden Figur und deren Motiv für das Fernbleiben. (Thierry Frochaux)

Winkelwiese wird Zentrum für neue Dramatik

Das Zürcher Theater Winkelwiese will in den kommenden Jahren sämtliche Schweizer Dramentexte der letzten zwanzig Jahre digitalisieren. An seinem Eröffnungsfestival vom 23. bis 25. September werden alte Texte neu inszeniert, und Schätze aus der Schublade geborgen. (Julia Stephan)

Gute Kunst, schlechte Klimabilanz?

Unter dem Namen «x-change» tauschen die Bühnen Bern, das Theater Winkelwiese und das deutsche Theater Freiburg Inszenierungen aus. ... So können Arbeiten, die während ihrer Entstehung viel Energie (in jeder Hinsicht) geschluckt haben, aber an ihren Heimatbühnen kein Publikum mehr finden, weiterhin gespielt werden. Das erhöht ihre Energiebilanz; gleichzeitig können die Theater eine zusätzliche Inszenierung anbieten. (Valeria Heintges)

Eröffnungsfestival im Theater Winkelwiese Zürich 23.-25.9.2022

Zu Beginn der ersten Spielzeit unter neuer Leitung wird mit einem dreitägigen Festival das Panorama von über zwei Jahrzehnten Autor:innenförderung am Theater Winkelwiese geöffnet. Vom 23. bis 25. September 2022 wird in und um das Theater Winkelwiese (Un-)Gelesenem, (Un-)Aufgeführtem, Vielgelobtem sowie Vergessenem Raum gegeben.

«Ihre Stärke ist, wie sie die Gedanken schärft»

Ariane Koch verknüpft das Verschwinden nun mit modernen Aussteigerfantasien oder spinnt es weiter zu allerlei wilden Formen des Sich-Entziehens. Zum Beispiel in einem post-anthropozänen Dasein als Pflanze, aller Verpflichtungen entledigt und ganz der eigenen Existenz gewidmet. Keine Systemzwänge, kein Geldverdienen, kein sinnentleerter Konsum. (Diana Frei)