Ophelia

von Michel Kessler

Ophelia ist eine rituelle Tanzperformance, entwickelt und aufgeführt zur Eröffnung der Installation des Kollektivs Xenia im Rahmen der Tbilisi Architektur-Biennale. Sie fand an der Samgori-Bewässerungsanlage in Tbilisi statt, einer monumentalen Infrastruktur aus der Sowjetzeit. Die Installation entstand in Zusammenarbeit mit Pierre Musy und Roman Iff. Gemeinsam mit der Performerin Natia Chikvaidze und ihrer Tanzgruppe entfaltet sich ein körperliches Ritual als bewusstes Eingehen in die Landschaft.

Ausgehend vom Ophelia-Stoff verortet die Performance diese Figur der Revolte in einer postapokalyptischen Landschaft aus Algen, Treibholz und Plastikabfall. Verhandelt wird eine Ökologie nach der Natur. Polyphone Textfragmente, über Lautsprecher in die Klanglandschaft eingespeist, erscheinen als brüchige Stimmen, die sich mit der Soundscape von Orphnoise verschränken und sich in Bewegung, Raum und Material einschreiben. Das Kostüm der Performerin stammt aus demselben Kostümfundus, den Sergei Parajanov für seine Filme nutzte, insbesondere für Die Farbe des Granatapfels. Die Klangarbeit strukturiert einen akustischen Raum zwischen Ritual und Resonanz, in dem Körper, Stimme und Ort zu einer gemeinsamen Topografie zusammenfinden.