Michel
Kessler
Michel Kessler

Michel Kessler ist Architekt, Filmemacher und Autor mit einem Hintergrund in klassischer Philologie, wofür er 2011 mit dem Matheton-Agon ausgezeichnet wurde. 


2016/17 absolvierte er den DRAMENPROZESSOR mit Pentheus, einer spekulativen Überschreibung des gleichnamigen, verlorenen Stücks von Aischylos, in der das Mythologem des Dionysos im geopolitischen Kontext des Afghanistan-Kriegs zu Beginn des 21. Jahrhunderts verhandelt wird.

Mit B2 Spirit über den Zwölftagekrieg im Nahen Osten und Medeakomplex über die Geopoetik des Schwarzen Meers schloss er die Trilogie ab, in der antike Stoffe in zeitgenössische politische und mediale Konstellationen überführt werden. Es folgte die Arbeit Empedokles über zeitgenössische Formen des Ökozids. Parallel dazu übersetzte er seit 2009 Fragmente von Pindar und Aischylos.

Ausgehend vom Spätwerk Samuel Becketts befasst er sich seither mit codierten Ritualen. In diesem Zusammenhang entstand das Manifest Das Algorithmische Theater. Probability Walk (2018) markiert die erste Bühnenarbeit dieses fortlaufenden Projekts.

2022 wurde er für den Gedichtband Äolischer Transport mit einem Werkjahr der Stadt Zürich ausgezeichnet. Seine Architektur- und Forschungspraxis michel.kessler+associates erhielt 2024 den Foundation Award for Innovation in Architecture. Sein Kurzfilm Under the Ice (Co-Regie mit David Oesch) wurde international mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Méliès d'Argent als Best European Short Film.


Werk