Müdigkeit no more

von Anaïs Clerc

In einem schummrigen Afterhour-Setting im Club will Wilma endlich schlafen. Wilma ist müde. Vom Leben, vom Dating, vom Arbeiten, von der Therapie, vom Patriarchat. Wilma ist aufstrebende Künstlerin. Sie versucht ihren Platz in der Kunstwelt zu finden. Ihr Bild wird aber einfach nicht fertig. Nebenher, also in Vollzeit, arbeitet sie im Angelladen Flinke Fische. Sie liefert Fische und Angelzubehör aus. Dort kommt nicht nur die ehemalige Eiskunstläuferin Tonia Harding als Kundin vorbei – Sie rüstet sich für ihr neues Aussteiger-Leben im Wald und verteilt Lebensweisheiten – Auch DER MENSCH, DESSEN STIMME BZGL. KUNST WICHTIG IST gibt ihr ungefragt Tipps zu ihrem Bild.
Wilma sucht nach Sinn und Authentizität in unserer oft oberflächlichen Welt. Wie die weibliche Woyzeck wird sie vom System herausgefordert, aber sie zieht kluge Schlüsse und lässt sich nicht von den Umständen kaputt machen, sondern bespricht ihre Situation mit ihrer Therapeutin Frau Rödel und geht empowert aus den Situationen hervor.
Mit Humor und Tiefgang verhandelt das Stück die Zerbrechlichkeit und den Mut einer Künstlerin, zwischen dem Streben nach Anerkennung und der Last der eigenen Emotionen.

Historie des Stücks