In einem Land, pelz pelz von hier, da ging einmal die von allen
geschätzte Krazy Kat davon und blieb lange lange lange Zeit
verschwunden. Und als sie wiederkam, kam mit ihr Tigertee. Trinkt,
kleine Tierchen, trinkt. Fahrt als Windsbräute, Wirbelhosen, Flughunde
und Flattermäuse auf der Spiralbahn zum Mond.
Heute abend spielen
die „Petroleusen“, eine fünfköpfige Kapelle mit rückwärtsgewandtem
Geschmack. Sie mögen Rock’n’Roll, Dada und politische Debatten. Sie sind
der Meinung, dass die Gewaltfrage noch einmal gestellt werden muss, und
sie lieben einen alten amerikanischen Zeitungscomic: KRAZY KAT von
George Herriman.
Als Sonntagsseite und als täglicher Strip
zeichnete Herriman von 1913 bis 1943 eine Geschichte über die unmögliche
Dreiecksbeziehung zwischen einer Katze, einem Hund und einer Maus im
Traumwüstenland Coconino. Krazy Kat liebt Ignatz Mouse, Offissa Pupp
verehrt Krazy Kat, Ignatz Mouse will nur Krazy Kat einen Pflasterstein
an den Kopf werfen. Das wiederum muss Offissa Pupp, der Ordnungshund,
verhindern. Als Polizist begreift er nicht, dass Krazy Kat jeden
Stein-Treffer als Liebesbeweis versteht. Denn Krazy Kat ist Philosoph,
und alle diese Katze-Hund-Maus-Geschichten sind Denkspiele über die
paradoxe Wandlung von Gewalt in Liebe.
Hat George Herriman eine
geniale politische Utopie erfunden? Ist Ignatz Mouse ein revolutionärer
Attentäter? Findet man in Coconino das anarchistische Paradies? Die
Petroleusen wollen es wissen. Sie spielen nicht nur die Comic-Steinwürfe
nach, sie verkleiden sich auch als fünf historische Anarchisten und
gehen dem Rätsel vor Ort auf den Grund. Wo Rauch ist, gibt’s auch Feuer.
Als Michail Bakunin und seine Freunde reisen sie nach Coconino und
haben den Trip ihres Lebens.
Sing a song of coconino
Dream a dream of paradise
Where there’s smoke, there’s revolution
Got no time for evolution
Bahn frei für die brick-solution!
Tell a tale of cats and mice.