Fall Out Girl. Radioaktive Roadshow.

von Brigitte Helbling

RADIOAKTIVE ROADSHOW: Bartleby würde ja lieber auf seinem Berg in Thüringen bleiben. Stattdessen ist er mit Fall Out Girl unterwegs, die will, dass etwas geht. Mit ihrer „radioaktiven Roadshow“ ziehen die beiden wie die Quacksalber im alten Amerika durchs Land - nur haben sie statt Traktaten und Wundermitteln Songs, Videos und verstrahlte Geschichten im Gepäck. Zum Beispiel die von den Radium Girls, die an der Leuchtfarbe starben, mit der sie die Ziffern von Armbanduhren bemalten. Oder die von der geheimen Priesterschaft, die unsere Endlager bewachen wird. Und wie wäre es damit? Fall Out Girl behauptet, sie sei Mary Jane Watson, die Frau von Peter Parker, auch bekannt als S**man. Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann – damit endlich alles wieder gut wird.

FALL OUT GIRL setzt an bei der schlichten Einsicht: Nicht die Pyramiden oder Beethoven oder Homer werden vom Menschen bleiben, sondern seine radioaktiven Abfälle, strahlend auf 100'000 Jahre. Zeit, dass wir uns mit unserem Erbe befassen!

THEATER ZWISCHEN KONZERT UND PERFORMANCE, mit Newcomerin Antonia Labs als Fall Out Girl, Schauspieler / Singer-Songwriter Johannes Geißer als Bartleby und Elke Auers Video-Tracks als weiteren Player auf der Bühne.

"Letztlich ist es in düster-ernsten Zeiten wie diesen wohl wirklich rebellisch, sich apokalyptisch verbrämten Menschheitsthemen mit viel Frohsinn zu widmen. Denn genau in diesem Sinne funktioniert „Fall Out Girl“: substantielle Gesellschaftskritik als verstörende Party. Und davon sollte es wahrlich mehr geben an deutschen Theatern."

NACHTKRITIK: Christian Baron, 15.3.2012

Historie des Stücks