Zwei Insektenforscher brechen in den Wald auf, um eine bestimmte Käferart vor dem Aussterben zu retten: Der Julodimorpha bakewelli ist eine Unterart des Prachtskäfers. 1980 beobachteten Zoologen erstmals, wie ein männliches Exemplar des Käfers versuchte, mit einer weggeworfenen Bierflasche zu kopulieren. Versuche bestätigten, dass die Männchen tatsächlich die Flaschen eines bestimmten Bierherstellers mit den Weibchen ihrer Gattung verwechselten und deswegen im Begriff waren auszusterben. Dieser tragikomischen Verflechtung zwischen Natur und Kultur – und vielen weiteren kleinen Tragikomödien des Anthropozäns – begegnen die zwei Forscher auf ihrer Expedition durch den Wald. Es zeigt sich: Nicht nur der Prachtskäfer hat ein Wahrnehmungsproblem im Reich der Feenkönigin. Die Forscher geraten auf einen seltsamen Trip durch eine übergriffige Tier- und Pflanzenwelt, die die menschliche und körperliche Identität der Forscher in Frage stellt und tiefgreifend verändert. The Fairy Queen ist ein Stück über die Rolle des Menschen in der Welt, über seine speziäre und sexuelle Identität und über seine zeitgenössische Sehnsucht, doch wieder ein Teil der Natur zu sein.
Eine spät-anthropozentrische Naturverherrlichung frei nach Henry Purcell und William Shakespeare