Spring doch

von Andri Beyeler

Wenn sie nur nicht schon wieder als letzte gewählt worden wäre, heute Morgen in der Turnstunde. Dann hätte sie sich auch nicht zu dieser Behauptung hinreissen lassen. Aber eben, gesagt ist gesagt: «Ich springe heute vom Dreier!» Also was tun?

Sich über das mütterliche Verbot, ins Schwimmbad zu gehen, hinwegsetzen und heimlich zuhause abschleichen. Zum ersten Mal im Leben allein mit dem städtischen Bus fahren und dabei als Schwarzfahrerin eine Fahrkartenkontrolle überstehen. Kein Geld für den Eintritt haben und sich durch ein Loch im Zaun ins Schwimmbad schmuggeln. Merken, dass es zu regnen beginnt, und hoffen, nun doch nicht springen zu müssen. Merken, dass es zu regnen aufgehört hat, und die MitschülerInnen eintrudeln sehen. Auf das Dreimeterbrett klettern und dann da oben stehen.

Historie des Stücks

  • Speyer Uraufführung Regie: Matthias Folz 2022