«Qaus quzah», Arabisch für Regenbogen und für Iris, bezeichnet den
physikalischen Vorgang brechenden Lichts, eine ephemere Schönheit, die
aus dem Zusammenfügen von Differenzen entsteht.
Die syrische Neu-Zürcher Autorin Lubna Abou Kheir denkt Arabisch und
schreibt Deutsch. Mit diesem Stück erzählt sie eine Geschichte aus
unserem globalen Dorf, in dem Distanzen mal unter Lebensgefahr, mal mit
einem einfachen Mausklick zu überwinden sind. Anstelle des Lichts sind
es in diesem Stück die Verbindungen, die splittern. Sie tun sich auf,
über Flucht oder Whatsapp, über Seelenwanderung und Google Maps – und
verschwinden, spannen Farben zwischen Leben und Tod.
Ein Rekrut und sein kaputtes Telefon, das nur noch eine Nummer wählt.
Eine junge Frau in Zürich, deren Verbindungen in die Welt, aber auch im
Chat mit ihrer Mutter im Istanbuler Exil veröden. Ein kleiner Schweizer
Junge mit einer Mission aus einem anderen Leben, die in sein
Kinderzimmer einbricht. Und ein Taxifahrer, dessen Navi von Zürich aus
Damaskus anpeilt, und der fühlt, dass er mit vier Rädern das Gesicht der
Welt verändern kann. (Theater Neumarkt)