ERNA

von Silvan Rechsteiner

Erna ist alt und möchte sterben. Aber so ganz kann sie sich noch nicht vom Leben verabschieden. Weil die Vergangenheit immer wieder klar und lebendig im Zimmer ihres Pflegeheims steht? Oder sind es Tochter Ulla und Enkelin Daria, die Erna in ihrem Leben behalten wollen? Die beiden versuchen zu Erna zu halten, was nicht leicht ist. Immer mehr entgleitet Erna ihnen; die Zeiten verschwimmen – und Erna gleich mit. Das Vergessen begann langsam: Zuerst brachte sie Sachen durcheinander, dann wurde sie zunehmend schwerhörig, stur und wirr. Heute erkennt sie nur noch selten ihre Tochter und fragt sich, wer ihre Enkelin ist. Und sie staunt, dass die Fische im Teich mit ihr reden, aber keine Antwort auf die Frage nach der Endlichkeit geben.

"Erna" ist ein gemeinsames sich Erinnern an ein Leben, mit allen Höhen und Tiefen, Streits und Versöhnungen. Was war Folge, was Ursache? Silvan Rechsteiner beschreibt in "Erna" den Prozess des Abschiednehmens. Was ist das eigentlich: Leben und Sterben?

Historie des Stücks