Rosemarie Buris Autobiografie wurde in den 90’ern zu einem Bestseller. Ihre Lebensgeschichte hat Wüthrich zu einem Theaterstück angeregt. Rose, unsere Protagonistin, wird als Erfolgsautorin in eine Talkshow eingeladen. Befragt zu ihrem Buch lässt sie, im Laufe des Gesprächs, ihr Leben Revue passieren. Vom Moderator ab und zu geschickt auf Glatteis geführt, landet Rose erneut im Strudel der Demütigungen und Schatten ihrer Vergangenheit. Sie visualisiert, Erlebtes wird physisch präsent, und aus dem persönlichen Poesiealbum entspringen Bilder und Lieder, sie werden bevölkert von verschiedenen Figuren aus Kindheit und Jugend. Die Arbeiterfrau aus Burgdorf ist längst nicht so abgeklärt wie sie denkt und sucht im Interview nach der Rechtfertigung ihres Daseins, konfrontiert die Zuschauer damit, verstrickt sich in Widersprüche, wird vorgeführt und schlägt zurück. Im Zentrum des Theaterabends steht eine starke Frau, die über das Aufschreiben ihrer Geschichte die Kraft findet, sich gegen das gesellschaftliche Stigma „Dumm und Dick“ und jede Ausgrenzung aufzulehnen. Es macht Mut in der Inszenierung von Hans Peter Incondi der Hauptperson zu folgen, wie sie aus ihrer Haut fährt und schliesslich, in einer neuen Identität, als Rose sich selber begegnet. (wwuethrich.ch)