Die Märchentante basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jürg Federspiel von 1971. Er beginnt mit einem Prolog, der die Schöpfungsgeschichte parodiert. Darauf folgt die eigentliche Erzählung, die in einer Schweizer Kneipe gegen Mitternacht spielt und die Gespräche zwischen dem Kellner, Robert, einem Krawattenverkäufer, Monalisa, Herostratos, Babler und der Märchentante Irma zum Inhalt hat. Während seiner Arbeit liest der Kellner einen Maigretkrimi von Georges Simenon. Von draussen sind gerade Zivilschutzsignale
zu hören. Die anderen Gäst*innen bitten die Märchentante um ein Märchen,
diese erzählt die Geschichte eines Ehepaares, in der der Ehemann eine
der Zahnbürsten in die Toilette wirft. Als die Ehefrau wissen möchte,
wessen Zahnbürste das war, sagt der Ehemann, er verrate dies nicht. Aus
Wut ermordet die Frau ihren Mann. Bald darauf sind sich die Zuhörer
einig, dass diese Geschichte kein Märchen sei, die Märchentante
entgegnet ihnen, dies sei auch kein Märchen, sondern die Realität.
Danach essen die Gäste Spargel und unterhalten sich dabei. Derweil
ereignet sich in der Stadt eine Apokalypse durch einen Atombombenabwurf. Als die Märchentante die Kneipe verlässt, erstarrt sie wie Lots Frau zur Salzsäule.
Die Handlung der Erzählung wird immer wieder durch Gedichte, Einakter und Ausschnitte aus dem Simenon-Roman unterbrochen.