Der Vulkan

von Jens Nielsen

Sylvie, Chantal und Brit unterscheiden sich in vielen Dingen. Aber eines haben sie gemeinsam. Die späte, stille Nacht ist ihre Zeit. Sie sind nachtaktiv. Doch auch ihre Schlaflosigkeit hat verschiedene Gründe: Chantal führt tagsüber ein konventionelles Leben und lässt sich nachts in ihrer Schlaflosigkeit treiben. Mal zermürbt sie dieser Zustand, mal gibt sie sich abgründigen Tiefen hin. Brit hingegen kämpft gegen die Eigendynamik der nächtlichen Gedanken, am liebsten möchte sie ganz aus der Welt verschwinden, denn sie ist sich nicht sicher, ob sie bei Tage einen Menschen überfahren hat. Sylvie kommt mit ihrem schlaflosen Zustand am besten zurecht. Als Radiomoderatorin ist sie mit der Welt in Kontakt, nur wenn niemand anruft, stösst sie an ihre körperlichen Grenzen.

Die drei Frauen erzählen, was sie sonst verschweigen und decken die Schattenseiten ihres Lebens auf. Anhand der Lebensläufe der drei Frauen begibt sich «nachtau« auf eine Reise durch dunkle Gegenwelten. Die neu gegründete Theaterformation richtet dabei ihren Blick auf das Nebensächliche und Alltägliche, das Unwichtige und Banale. Gemeinsam mit dem Autor Jens Nielsen erforschen sie in «Der Vulkan. Ein Stück Schlaflosigkeit« die Ambivalenz zwischen dem körperlichen Bedürfnis nach Schlaf und jenem Bewusstsein, das keine Ruhe findet.

Historie des Stücks

  • Theater Tuchlaube, Aarau Uraufführung Regie: Katarina Gaub 2009