15.6.2026

Sophie Bischoff

MOODBOARD: Sophie Bischoff
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Was siehst du von deinem Arbeitsplatz aus?

Arbeitsplatz Sophie Bischoff

Welche Nachricht hast du als letztes verschickt?

«Da könnte man theoretisch auch mal reingehen und sich inspirieren lassen, die haben bestimmt auch Skelette»

Was kann Dramatik – und was kann sie nicht?

Sie kann: Unterhalten oder langweilen, berühren oder kalt lassen. Verhältnisse aufzeigen.

Sie kann nicht: Verhältnisse ändern, die Welt verbessern, aufklären, erziehen, neutral informieren oder andere Aufgaben von Journalismus, Politik oder Kirche übernehmen.

Und das macht sie nicht weniger wertvoll, sondern mehr.

Dieses Wort möchtest du öfter benutzen:

Vielleicht Worte wie «Schindluder» - wegen ihres archaischen, bildhaften, verspielten und aus der Zeit gefallenen Charakters. Vielleicht auch gerade deswegen lieber nicht.

Welchen Satz hast du als letztes aus deinem Stück gestrichen?

«Sie sind doch ein intelligentes Mädchen… Nein, sind Sie nicht, natürlich.»

Welchen Text hättest du gern selbst geschrieben?

Die Serie «The IT-Crowd»

Gegenwartsdramatik in der Schweiz schreiben fühlt sich an wie –

Erholung von Berlin.

Von was sollte es mehr geben – so ganz grundsätzlich?

Albernheiten. Menschen, die sich trauen, in etwas gut zu sein, ohne es zu professionalisieren. Orte für analoges Beisammensein. Gelegenheiten, «Nutzloses» zu tun, ohne externen Zweck. Zeiten, die für nichts anderes reserviert sind ausser dazu. Humor in öffentlichen Debatten. Grossmut. Chöre. Rituale, die ernst genommen und dennoch weiterentwickelt werden. Freundeskreise, die fundamental unterschiedliche Meinungen aushalten. Geschichten, die ihrer selbst Willen erzählt werden. Sachpolitik. Komödien an Staatstheatern.

Was ist besser geschrieben als gesagt?

«Ich liebe dich.»

«Mein herzliches Beileid»

«Alles Gute zum Geburtstag»

Wie bist du am Theater gelandet und wie war die Landung?

Schleichend und ohne es zu merken. Übers Schreiben in Hildesheim und weil ich mehr über die Anatomie von Stücken lernen wollte; sie von innen kennenlernen, um zu verstehen, wie sie funktionieren. Die Landung ist noch nicht abgeschlossen, an jedem Haus wird neu gelandet. (Und auch immer wieder hart auf dem Boden der Realität).

Nach einem Jahr Dramenprozessor, worauf wirst du zurückblicken?

Hoffentlich auf einen Text mit dem ich zufrieden bin und bestimmt auf viel belebenden Austausch.

Welche Verantwortung spürst du beim Schreiben – und gegenüber wem?

Die Verantwortung, nicht zu langweilen: Gegenüber einem zukünftigen Publikum und während des Schreiben gegenüber mir selbst.

Den Deadlines gegenüber, dass ich sie einhalte.

Den Figuren gegenüber, dass ich sie nicht dem Plot opfere und dem Plot gegenüber, dass ich mich nicht zu sehr von den Figuren ablenken lasse.

Ansonsten versuche ich, mir diesbezüglich keine Verantwortungen einzubilden.

Welches Buch liegt neben deinem Bett/ auf deinem Nachttisch?

Nachttisch Sophie Bischoff

Welcher Song läuft im Hintergrund?

Irgendetwas von dem Album, in den Pausen. Im Hintergrund nichts oder ab und zu Wasserfälle.