Mörder unter uns

von Matto Kämpf und Mikhail Schischkin

Ein Kindermörder hält eine Grossstadt in Atem. Die Polizei kann ihn nicht fassen, und so nimmt das organisierte Verbrechen die Verfolgung selbst in die Hand. Die Inszenierung lehnt sich an Fritz Langs Meisterwerk M - eine Stadt sucht einen Mörder an. In überraschenden Genresprüngen entwirft sie einen poetischen Bilderbogen, der vom klassischen Dreissigerjahre-Musical über rasante Verfolgungsjagden bis hin zur postdramatischen Dekonstruktion und expressionistischem Puppenspiel reicht. Mörder unter uns war ursprünglich von Fritz Lang als Titel für seinen Film vorgesehen, im Hinblick auf die erstarkende NSDAP änderte er den Titel. Eine schweizerisch-russische Koproduktion, die das manipulative Spiel mit Ängsten und die damit verbundene Gefahr für die Demokratie zum Inhalt hat.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist bei manchen Menschen so gross, dass sie dafür über Leichen gehen. Wie kommt es dazu? Mörder unter uns untersucht das Phänomen des aktuell weltweiten rechtspopulistischen Erfolgs – und was ein Klima der Angst in Gesellschaften bewirken kann.

Frei nach dem Film «M - eine Stadt sucht einen Mörder» von Fritz Lang und Thea von Harbou. Der russisch-schweizerische Autor Mikhail Schischkin adaptiert Fritz Langs Film für die Bühne, unterstützt von Songtexten des Berner Autors Matto Kämpf. Indem sie die Geschichte auf heutige Beziehungen zwischen Russland und der Schweiz übertragen, entlarven sie die gegenseitigen Abhängigkeiten von Demokratien und autoritären Präsidialsystemen.

Historie des Stücks

  • Theater Winkelwiese Schlachthaus Theater, Bern Teatr Pokoleniy, St. Petersburg Kellertheater Winterthur Theater Chur Konzept/Idee/Regie: Eberhard Köhler 2019