Lochmatt

von Paul Steinmann

Über Nacht ist auf einer Wiese im Dorf ein grosses Loch entstanden. Schnell sind die Spezialisten an Ort. Eingeladen vom Gemeindepräsidenten suchen die Geowissenschaftler die Entstehung dieses Lochs zu begründen. Wie andere Dorfbewohner spürt Anni, dass etwas nicht stimmt. Sie glaubt, dass unter der glatten Decke der Freundlichkeit und der stillen Übereinkunft, alles sei gut, etwas Böses schlummert. Doch die Experten und die Medienleute wollen davon nichts hören. Da wird der Hund des Pfarrers tot im Loch gefunden. Die Stimmung im Dorf beginnt zu kippen. In den Menschen und ihren Beziehungen gehen Löcher auf. Man blickt in Abgründe, sieht aber dabei nicht, was tatsächlich los ist. Man spricht vom Teufel. Angst und Unsicherheit machen sich breit. Schliesslich tritt ein Investor auf, der die Lochmatt günstig kauft und darauf ein Shoppingcenter errichtet. Alles ist gut.