18.11.2022

Pressestimmen

Wenn das Bühnenbild in eine Ikea-Tasche passen muss

Hannah Steffen ist die neue Leiterin des Theaters Winkelwiese. Sie will das Haus zum Zentrum der Schweizer Dramatik machen. Zum Programm gehört auch: klimaneutral bis 2030. (Stefan Busz)

Meine Phobie vor minimalem Bühnenbild

Fragmente unterschiedlichster Abgangsszenarien von Walter werden angeführt, gekoppelt an die Frage nach seinem Wesen, seiner Funktion, seinem Charakter, seinem Sein. Als Nachruf, als Pamphlet, als Kapitalismuskritik, als Beschimpfung, als Spekulation, als Wahlwerbung, als Sehnsucht. All das geht mal fliessend, mal abrupt ineinander über und bietet dem Bühnentrio die ständige Möglichkeit zum Rollenwechsel. ...

Am Ende verlasse ich das Theater mit einem dicken Grinsen und dem Erstaunen darüber, wie rasch 70 Minuten dahinhuschen können. (Kyros Kikos)

Schwätzer

Die Regisseurin Barbara Weber wählt drei Stimmen, um für Ariane Kochs «Wer ist Walter» eine Körperlichkeit zu behaupten. Diese drei – Lucy Wirth, Ann Mayer und Roger Bonjour – werweissen völlig frei assoziierend von brutalbanal bis schulmeisterphilosophisch über den Verbleib die­ser nichtanwesenden Figur und deren Motiv für das Fernbleiben. (Thierry Frochaux)

Winkelwiese wird Zentrum für neue Dramatik

Das Zürcher Theater Winkelwiese will in den kommenden Jahren sämtliche Schweizer Dramentexte der letzten zwanzig Jahre digitalisieren. An seinem Eröffnungsfestival vom 23. bis 25. September werden alte Texte neu inszeniert, und Schätze aus der Schublade geborgen. (Julia Stephan)

Gute Kunst, schlechte Klimabilanz?

Unter dem Namen «x-change» tauschen die Bühnen Bern, das Theater Winkelwiese und das deutsche Theater Freiburg Inszenierungen aus. ... So können Arbeiten, die während ihrer Entstehung viel Energie (in jeder Hinsicht) geschluckt haben, aber an ihren Heimatbühnen kein Publikum mehr finden, weiterhin gespielt werden. Das erhöht ihre Energiebilanz; gleichzeitig können die Theater eine zusätzliche Inszenierung anbieten. (Valeria Heintges)

«Ihre Stärke ist, wie sie die Gedanken schärft»

Ariane Koch verknüpft das Verschwinden nun mit modernen Aussteigerfantasien oder spinnt es weiter zu allerlei wilden Formen des Sich-Entziehens. Zum Beispiel in einem post-anthropozänen Dasein als Pflanze, aller Verpflichtungen entledigt und ganz der eigenen Existenz gewidmet. Keine Systemzwänge, kein Geldverdienen, kein sinnentleerter Konsum. (Diana Frei)