Mörder unter uns

von Mikhail Schischkin, Matto Kämpf und Simon Ho / Die Zimmerwäldler

oder: davon werden unsere Kinder auch nicht wieder lebendig

frei nach dem Film «M - eine Stadt sucht einen Mörder» von Fritz Lang und Thea von Harbou

Ein Kindermörder hält eine Grossstadt in Atem. Die Polizei kann ihn nicht fassen, und so nimmt das organisierte Verbrechen die Verfolgung selbst in die Hand. Die Inszenierung lehnt sich an Fritz Langs Meisterwerk «M - eine Stadt sucht einen Mörder» an. In überraschenden Genresprüngen entwirft sie einen poetischen Bilderbogen, der vom klassischen Dreissigerjahre-Musical über rasante Verfolgungsjagden bis hin zur postdramatischen Dekonstruktion und expressionistischem Puppenspiel reicht. «Mörder unter uns» war ursprünglich von Fritz Lang als Titel für seinen Film vorgesehen, im Hinblick auf die erstarkende NSDAP änderte er den Titel. Eine schweizerisch-russische Koproduktion, die das manipulative Spiel mit Ängsten und die damit verbundene Gefahr für die Demokratie zum Inhalt hat.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist bei manchen Menschen so gross, dass sie dafür über Leichen gehen. Wie kommt es dazu? «Mörder unter uns» untersucht das Phänomen des aktuell weltweiten rechtspopulistischen Erfolgs – und was ein Klima der Angst in Gesellschaften bewirken kann. Der russisch-schweizerische Autor Mikhail Schischkin adaptiert Fritz Langs Film für die Bühne, unterstützt von Songtexten des Berner Autors Matto Kämpf. Indem sie die Geschichte auf heutige Beziehungen zwischen Russland und der Schweiz übertragen, entlarven sie die gegenseitigen Abhängigkeiten von Demokratien und autoritären Präsidialsystemen.

Eberhard Köhler (Regisseur), Danila Korogodsky (Bühnen- und Kostümbildner), Simon Ho (Komponist und Musiker) und Matto Kämpf (Autor) arbeiten nach «Alle Vögel sind schon da» erneut zusammen. Neu im Team ist der russische Schriftsteller Mikhail Schischkin, der seit mehr als zwanzig Jahren in der Schweiz lebt. Wieder handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Formation Die Zimmerwäldler und der St. Petersburger freien Gruppe Teatr Pokoleniy (Theater der Generationen), die nach «STOL/der Tisch» (2010) und «Alle Vögel sind schon da» (2014) zum dritten Mal an der Winkelwiese zu sehen ist.

Fotos: Yoshiko Kusano

Konzept/Idee/Regie Eberhard Köhler Mit Mona Petri, Tatjana Werik, Dominique Jann, Suse Wächter, Simon Ho, Reto Senn, Svetlana Smirnova, Tatiana Shuklina, Aleksei Chuev, Pavel Mikheev Komposition Simon Ho Puppenspiel Suse Wächter Live-Musik Simon Ho, Reto Senn, Pavel Mikheev Regie Bewegung und Choreografie Darya Barabanova Übersetzung Galina Klimowa Dramaturgie, Beratung, Sprachmittlung Dr. Andreas Hoessli, Paul Weibel, Dr. Yvonne Griesel Ausstattung Danila Korogodsky Lichtdesign Stas Svistunovich Produktionsleitung Monika Manger / das theaterbuero Assistenz Aline Stäheli, Galina Klimowa, Alma Handschin Regieassistenz Sunan Gu Koproduktion Theater Winkelwiese, Schlachthaus Theater Bern, Teatr Pokoleniy St. Petersburg, Kellertheater Winterthur, Theater Chur Aufführungsrechte Thomas Sessler Verlag GmbH, Wien Gefördert durch Kultur Stadt Bern, SWISSLOS/Kultur Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Migros-Kulturprozent, Ernst Göhner Stiftung, SWISSLOS/Kulturförderung Kanton Graubünden, Komitee für Kultur der Stadt St. Petersburg

Publikumsgespräch:
Am 3. Dezember findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch mit Mikhail Schischkin (Autor) und Ivo Mijnssen (Historiker, Journalist) statt. Moderation: Ariela Sarbacher

Vorstellungsdauer: ca. 2h 30min (inkl. Pause)

Vorstellungen

Di, 03.12.2019
20:00
Ausverkauft

(Restkarten an der Abendkasse)

anschliessend Publikumsgespräch