Damaszener Café

von Lubna Abou Kheir

«Ich gehe durch eine Tür und werde inexistent.»

Teil 1: Damaszener Café

Ein Café in Damaskus. Eine junge Frau mischt sich unter die Gäste, unvermittelt beginnt sie zu erzählen. Sie wurde zu Beginn der Syrischen Revolution willkürlich verhaftet. Jahre später, nach ihrer ebenso willkürlichen Freilassung, zieht sie nun durch die Cafés der syrischen Hauptstadt, um das Schweigen zu brechen. Ihre Erlebnisse gleichen denen vieler Frauen, die aufgrund der politischen Aktivitäten ihrer Familien gegen das herrschende Regime als Geiseln genommen, verhaftet und gefoltert wurden, und von deren Verbleib – falls sie noch lebten – die Familien erst nach Jahren erfuhren.

Teil 2: Die Anwältin

Eine Anwältin wird im Ausland zu den Zuständen in den syrischen Gefängnissen befragt. Sie hat lange darauf gewartet, die europäische Öffentlichkeit zu informieren. Sie versucht, die Fragen einer Moderatorin zu beantworten. Man weiss nicht, wieviel von dem, worüber sie berichtet, sie am eigenen Leib erlebt hat.

Lubna Abou Kheir ist Autorin, Theaterwissenschaftlerin und Schauspielerin. Sie studierte und arbeitete in diversen Kontexten in Damaskus und Beirut. 2016 kam sie aus Syrien in die Schweiz, wo sie seitdem lebt, Deutsch lernt und als Freelance-Journalistin arbeitet. Sie schreibt Theatertexte und ist in verschiedenen Projekten u. a. am Schauspielhaus Zürich und an der Zürcher Hochschule der Künste involviert.

Foto: Olaf Brachem

Mit Lubna Abou Kheir, Isabelle Menke Künstlerische Mitarbeit Barbara Peter, Isabelle Menke Übersetzung Garda Elsherif Koproduktion Theater Tuchlaube Aarau, Kaserne Basel

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