Sonnenlinie

Iwan Wyrypajew

Diese Komö­die zeigt, wie ein positives Ergebnis er­reicht werden kann. 

Seit Stunden ist es fünf Uhr in der Früh und Barbara und Werner, seit sieben Jahren verheiratet, sitzen in der Küche und streiten. Bald haben sie den Kredit für ihr Haus abbezahlt. Grund genug, sich Gedanken über ein Kind zu machen. Doch statt zu feiern, werfen sie sich gegenseitig Unaufmerksamkeit, Lieblosigkeit und Hass vor. In der Folge schlagen sie sich in immer heftigeren rhetorischen Anläufen an einer Mauer des Nicht-Verstehens die Seele wund. Immer wieder versuchen sie die magische Sonnenlinie zu überschreiten, die ihre Welten voneinander trennt und flüchten sich in ein Spiel, bei dem sie sich genussvoll verletzen oder als imaginäre Fremde küssen.
Allein in diesem Spiel der Verfremdung gelingt ihnen eine Annäherung und am Ende tatsächlich das angestrebte positive Ergebnis: sich verstehen und wertschätzen.
Für Wyrypajew ist «Sonnenlinie» vor allem eine Metapher dafür, dass die Menschen den Kontakt zu sich selbst verloren haben und daher weder das eigene Leben und die eigenen Bedürfnisse kennen, noch in der Lage sind, anderen wirklich nahe zu sein.

Iwan Wyrypajew, geboren 1974, ist einer der interessantesten russischen Theaterautoren und auch als Filmregisseur und Prosaautor erfolgreich. In seinen Stücken verhandelt er elementare Themen wie Tod, Leben und Mitgefühl und geht der Frage nach individuellen und gesellschaftlichen Werten und deren Wandel nach. Mit «Sonnenlinie» knüpfen wir an eine Reihe erfolgreicher Inszenierungen von Stücken dieses Autors an, die bereits an der Winkelwiese zu sehen waren: «Juli», «Sommerwespen im November» und «Genesis Nr. 2». 

Regie Manuel Bürgin Mit Jeanne Devos, Samuel Streiff Bühne und Kostüme Luisa Beeli Musik Sandro Corbat Licht und Technik Tashi-Yves Dobler López und Paul Schuler Assistenz Jennifer Warisch Eigenproduktion Theater Winkelwiese Aufführungsrechte Henschel Schauspiel, Berlin Gefördert durch LANDIS & GYR STIFTUNG (Stand November 2017) 

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